Montag, März 23, 2009

Tiga - Hot in Here

It's getting hot in here, so take off all your clothes.
Hier aber nicht mehr.

Danke fürs Lesen.

Ende

Montag, Januar 12, 2009

Girl Talk - Minute by Minute

Heute wurde mir mal wieder bewusst, dass ich an einer Nerd-Uni studiere. Ich saß in meiner Medienpsychologie-Vorlesung und hatte nicht wirklich Lust meiner Dozentin zuzuhören, da mir das, was sie so von sich gab, sehr bekannt vorkam. Es ging um Wirtschaftspsychologie. Um mir die Langeweile zu vertreiben hatte ich meinen Rubrick-Würfel dabei, um ihn endlich zu lösen (auch wenn es 26 Jahre dauern sollte). Aber irgendwie klappte das nicht so recht. Dann hörte ich eine Stimme von hinten, die mich fragte, ob sie mir mit dem Würfel helfen sollte. Das Angebot nahm ich dankend an, denn ich steige einfach nicht hinter diese doofe Technik. Wie ich ihm so den Würfel in die Hand drücke, sagt er mir, dass seine Rekordzeit bei zwei Minuten zwanzig liege würde, er aber schon länger keinen mehr gelöst hätte. Ich habe es ihm nicht geglaubt. Jetzt hatte ich leider keine Beschäftigung mehr, aber mein Sitznachbar hatte Dame dabei, also spielten wir ein paar Runden.
Nach der dritten Runde meldete sich der Typ hinter mir zu Wort. Er hatte ihn wirklich gelöst. So viel dazu. 78% der Studenten an meiner Uni sind Männer.

Mittwoch, Januar 07, 2009

Zero 7 - Simple Things

Es ist schön nicht mehr zuhause zu wohnen. Man kann an sich tun und lassen, was man will. Man kann essen, was man will und wann man will. Doch manchmal ist das nicht so gut. Diese Erfahrung habe ich nämlich gerade gemacht. Ich wollte mir mal wieder ein schönes Sandwich machen, also bin ich runter in die Küche gegangen und hab geguckt, was ich denn noch so im Kühlschrank habe. Schinken auf Toastbrot mit French-Dressing und Ketchup, das hört sich doch irgendwie lecker an. Ich nahm also den Schinken, das Dressing sowie den/das Ketchup aus dem Kühlschrank und holte das Toastbrot. Als ich es belegen wollte, merkte ich, dass der Schinken so einen komischen Grünschimmer hat. Als ich daran gerochen hatte, war ich mir sicher, dass ich den wohl eher nicht mehr essen kann und irgendwie war der auch so komisch hart. Naja, dann halt in die Tonne damit. Den Schinken ersetzte ich gegen irgendeine Art Aufschnitt, die ich auch noch im Kühlschrank hatte und der eine komische, leichte klebrig-ölige Substanz in der Verpackung hinterlies, als ich mir die letzten beiden Scheiben auf eine mit Dressing und Ketchup getränkte Scheibe Toastbrot legte. Das muss einfach für heute Abend reichen, dachte ich mir und nahm dieses seltsame Sandwich in mein Zimmer.
Wie ich so vor mich hinesse entdecke ich nach dem dritten Biss grünen (oder war es blauer) Schimmel an der oberen Toastbrot-Scheibe. Mist, was machst du jetzt? Ich entschied mich die Stelle herauszureißen und weiter zu essen. Trotzdem hatte ich dabei ein komisches Gefühl. Und plötzlich hatte ich nicht nur ein komischen Gefühl in der Magengegend, sondern auch einen komischen Geschmack im Mund. Langsam strich meine Zunge über den Schimmel, der sich an der unteren Scheibe befand. Sofort wurde mir übel.
Aber ruhig legte ich die restlichen Bissen auf den Teller und ging in die Küche. Doch von dort aus sprintete ich zum Klo und übergab mich. Sofort danach schmiss ich mein restliches Toastbrot, obwohl es nach näherer Betrachtung keine Spuren von Schimmel aufwies, aber sicher ist ja sicher.
Merke: Essen kontrollieren vorm Essen!

Dienstag, Januar 06, 2009

Little Barrie - Living In And Out Of Place

Busfahrer sind gemeine Menschen. Sie karren Menschen durch die Gegen, die restlos auf sie angewiesen sind. Sie haben die macht über bis zu hundert. Man entkommt ihrem Glaskäfig nur, wenn sie es wollen und man hat keinen Einfluss darauf, wo sie einen wirklich hinbringen. Ja, ok, meistens steht es ja auf den Busfahrplänen, aber da, wo ich wohne, steht halt nicht jede Haltestelle drauf, also muss man sich grob orientieren. Normalerweise bin ich beim Busfahren auch immer sehr vorsichtig und frage den Busfahrer höflich, ob er an der Bushaltestelle, die mein Ziel sein soll, auf hält. Naja, heute habe ich den Fehler gemacht und es einfach mal nicht getan und habe einfach mal gehofft, dass der Busfahrer wie sonst auch an der Haltestelle hält.
In dem Kaff, in dem ich aussteigen muss, gibt es drei Haltestellen. Alle Busse halten ander ersten und zweiten, das weiß ich. Aber die dritte liegt viel näher an meiner Wohnung. Also versuche ich mit den wenigern Bussen zu fahren, die auch wirklich genau da halten. Heute war wieder so ein Tag, an dem ich mit einem Bus gefahren bin, der an dieser Haltestelle vorbeikommt. Als ich so im waremn Bus sitze und das Glashäuschen (die haben da jetzt echt ein Glashäuschen hingebaut. Vielleicht hatten die Bauarbeiter Mitleid mit mir, als sie sahen, wie ich mich da einmal zu Tode gefroren habe, als ich - wie fast jeden Tag - den Bus verpasst habe). Ich stehe auf und Drücke auf dem Stopp-Knopf. Voller Erwartung stelle ich mich an die Tür. Die Haltestelle kommt näher und näher, sie ist direkt vor mir. Und jetzt entfernt sie sich wieder. Und weiter und weiter. Nein, doch nicht. Anscheinend entferne ich mich von der Haltestelle. Der Nazi von Busfahrer ist einfach weitergefahren.
Ok, was mache ich jetzt? Die nächste Haltestelle muss doch irgendwo kommen. Hier liegt aber ganz schön viel Schnee. Hm, die Haltestelle lässt aber ganz schön auf sich warten. Ah, da ist sie endlich.
Scheiße, scheiße, scheiße, denke ich, muss aber anfangen zu lachen. Früher oder später musste mir das ja passieren. Ich laufe auf die andere Straßenseite und schaue nach, wann denn der nächste Bus kommt. Ach, zum Glück nur zwanzig Minuten. Diese Zeit werde ich ja irgendwie herumkriegen. Mal schauen, ob mich irgendwer mitnimmt. Ich stehe an der Straße, schwarzgekleidet und mit Vollbart. Nach sieben Minuten gebe ich auf. Das ist mir einfach zu demütigend. Wieso nimmt mich denn keiner mit? Alles Nazis.
Mal schauen, wen ich anrufen kann. Meine Eltern? Gute Idee. Hm, geht keiner ran. Mist. Mal schauen. Ach ja, mal schauen, was sie so macht. Mittlerweile wissen alle, wo ich stecke. Ausser mein Mitbewohner, der in einer Vorlesung sitzt und mich nicht abholen kann.
Meine Hand tut so weh vor Kälte!
Endlich, die Lichter, die großen Scheiben; das MUSS er sein.
Ich steige ein und frage den Busfahrer, ob er an der Haltestelle hält. Freundlich sagt er "Freilich."

Samstag, Januar 03, 2009

Now, Now Every Children - Headlights

Meiner Meinung nach hat mein Blog in letzter Zeit sehr an Polemik verloren. Eigentlich wird es schon seit einem Jahr eher ruhig hier. Nicht nur, dass ich nicht mehr so viel schreibe wie vorher, auch das, was ich schreibe ist lasch. Es wird mal wieder Zeit für etwas Unangebrachtes. Zur Zeit lese ich wieder mal Houellebecq, schaue mir alte Videos von Schlingensief und Interviews mit Christian Kracht an. Das sind alles Menschen, die sagen was sie denken. Oder zumindest Menschen, die sagen können, was sie denken. Schlingensief hat kein Problem damit, sich unbeliebt zu machen, es scheint sogar Teil dessen zu sein, wofür er steht. Ich habe mir ein paar alte Folgen von Talk 2000 angeschaut, der Sendung, die er mal hatte, und das, was er da so vor zehn Jahren so getrieben hat ist einfach unvergleichlich mit den heutigen Talkshows, die man auf den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten findet. Heutzutage kann man sich abends solche Gutmenschen wie Kerner und Beckmann anhören, die nur darauf bedacht sind ihr Gegenüber ausreichend zu Wort kommen zu lassen, brisante Themen nur peripher anzuschneiden und im Ganzen doch ein gutes Bild von sich und dem Gast zu hinterlassen. Was soll das?
Ja, ich weiß, öffentliches Bloßstellen ist seit den 90er-Jahren eher aus der Mode gekommen. Der öffentliche Pranger, den es damals noch in Form von Nachmittags-Talkshows gab, ist so gut wie komplett vertilgt und jetzt zum größten Teil gestellt. Schade. Es gibt zwar noch TV Total, doch da leiden meistens die bekannten Gesichter, ebenso wie bei Kalkhofes Mattscheibe. Wie langweilig. Die Stimme des Volkes scheint immer noch die BILD zu sein. Meine Position dazu habe ich schon erläutert. Kurzum denke ich einfach, dass es trotzdem viele Menschen gibt, die gehört werden müssen und einfach nicht die Fähigkeit besitzen, ihre Meinung irgendwie kund zu tun. Gebt dem Pöbel die Talkshows wieder. Man müsste das alles aber in einem anderen Rahmen aufziehen. Es müsste mehr von dem Publikum hereingerufen werden dürfen; der Talkmaster sollte dann bei dem ganzen Trubel einfach nur darauf achten, dass jeder zu Wort kommt, nicht alle durcheinander rufen und der intelligente Zuschauer seinen Spaß haben kann, was da doch für unfassbares Halbwissen und Parolen gerufen werden, ohne dass irgendeiner der Anwesenden weiß, wie dumm das doch ist, was sie da so sagen. Es wäre ein Spaß, Entertainment für die bildungsnahe Schicht. Für sie würde es dann weiterhin ihrer Polit-Talkshows geben.
Trotzdem glaube ich nicht, dass sowas Erfolg hätte. Man muss zwar zugegeben, wenn man mal ganz ehrlich zu sich selber ist und sein Denken mal von Moral und Ethik ablöst, dass Leid und Dummheit der anderen einen selbst erfreut; doch es muss immer den passenden Rahmen haben. Ich kann darüber lachen, wie jemand die BILD zitiert, das für Wahrheit hält, seine Arme verschränkt und sich mit einem allwissenden Grinsen zurück in seinen Sessel lehnt. Ich kann darüber lachen, wie jemand vor eine Glastür läuft. Aber das leid, wie es den Leuten in Houellebecqs Büchern widerfährt kann ich nicht amüsant finden. Ich hoffe, man versteht, was ich meine. Mittlerweile habe selbst ich den Faden verloren, doch das ist nicht schlimm.
Alles, was ich sagen will ist, dass das Privatfernsehen die Pest ist. Zwar ist es der beste, billigste Zirkus von Abnormitäten, die perfekte Freakshow und Heilmittel für gestörte Persönlichkeiten, doch genau das macht das Privatfernsehen zu der gefährlichsten Krankheit der Gesellschaft. Das Fernseher als Fenster in die Welt, als Spiegel der Realität? Lächerlich!
Wie mir mein Studium zeigt, führt das Fernsehen zur krassen Realitätsverzerrungen. Da in der amerikanischen Serie COPS, die sehr erfolgreich zu laufen scheint, meistens Schwarze verhaftet werden, denken befragte Amerikaner, dass Schwarze einen überproportionalen Teil der Bevölkerung ausmachen würden und dass Polizisten zu einer der größten Berufsgruppen zählen würden. So viel dazu. Der deutsche, der braun-konservative Deutsche mag dazu sagen, dass die Amerikaner an sich dumm und verblendet vom Fernsehen seien. Aber trifft das auf die Deutschen nicht zu? Pah, daran mag ich gar keinen Gedanken verschwenden! Ich für meinen Teil habe keinen Fernseher in meiner Wohnung. Und den Fernseher, den ich besitze versorgt mich nur noch mit einem TV-Sender, den ich besonderen kulturellen Inhalt beimesse. Das ist gut so.
Aber ich schaue auch Privatfernsehen, wenn sich dafür die Möglichkeit ergibt. Ich hoffe dadurch einen Einblick in das Leben der minderbemittelten und stark geltungsbedürftigen Menschen meines Landes zu erhaschen, die unbedingt zeigen wollen, dass sie zum Beispiel als ehemalige High-Class-Nutte jetzt schon ihr viertes Kind vom dritten Mann bekommen und trotz Beihilfe vom Staat gut zurecht kommen. Dank Telefonsex. Herzlichen Glückwunsch! Ebenso finde ich es toll, wie der Türke, der dank eines Fernsehsenders in die engere Auswahl um eine Ausbildung zum Frisör gekommen ist, diese Stelle ablehnt, da ihm die Anfahrt zur Arbeit zu lang wäre. Applaus, Applaus, Applaus!
Trotz allem möchte ich nicht falsch verstanden werden. Ich stelle mich nicht über das alles. Ich bin Teil dessen, was so in der Medienlandschaft passiert und ich billige es. Weder möchte ich es verändern, noch möchte ich es verbesser. An sich möchte ich nur wissen, wohin das doch alles führt. Wann sehe ich Morde? Oder wendet sich alles zum besseren. Man weiß, dass aufgrund des verbesserten Schulsystem der IQ Jahr für Jahr steigt, bzw gestiegen ist, - Gesellschaft wird also klüger. Verhilft einem das zur Hoffnung? Mir schon. Aber ich warte einfach ab.
Ich ignoriere das, was mir nicht gefällt und warte ab. Drei Mal im Jahr werde ich schauen, wie sich alles verändert und verändert hat und ich werde begeistert sein. Wobei "begeistert sein" nicht negativ noch positiv gemeint ist. Viel mehr werde ich gespannt sein; gespannt auf das was war und gekommen ist. Frohes Neues Jahr!