Busfahrer sind gemeine Menschen. Sie karren Menschen durch die Gegen, die restlos auf sie angewiesen sind. Sie haben die macht über bis zu hundert. Man entkommt ihrem Glaskäfig nur, wenn sie es wollen und man hat keinen Einfluss darauf, wo sie einen wirklich hinbringen. Ja, ok, meistens steht es ja auf den Busfahrplänen, aber da, wo ich wohne, steht halt nicht jede Haltestelle drauf, also muss man sich grob orientieren. Normalerweise bin ich beim Busfahren auch immer sehr vorsichtig und frage den Busfahrer höflich, ob er an der Bushaltestelle, die mein Ziel sein soll, auf hält. Naja, heute habe ich den Fehler gemacht und es einfach mal nicht getan und habe einfach mal gehofft, dass der Busfahrer wie sonst auch an der Haltestelle hält.
In dem Kaff, in dem ich aussteigen muss, gibt es drei Haltestellen. Alle Busse halten ander ersten und zweiten, das weiß ich. Aber die dritte liegt viel näher an meiner Wohnung. Also versuche ich mit den wenigern Bussen zu fahren, die auch wirklich genau da halten. Heute war wieder so ein Tag, an dem ich mit einem Bus gefahren bin, der an dieser Haltestelle vorbeikommt. Als ich so im waremn Bus sitze und das Glashäuschen (die haben da jetzt echt ein Glashäuschen hingebaut. Vielleicht hatten die Bauarbeiter Mitleid mit mir, als sie sahen, wie ich mich da einmal zu Tode gefroren habe, als ich - wie fast jeden Tag - den Bus verpasst habe). Ich stehe auf und Drücke auf dem Stopp-Knopf. Voller Erwartung stelle ich mich an die Tür. Die Haltestelle kommt näher und näher, sie ist direkt vor mir. Und jetzt entfernt sie sich wieder. Und weiter und weiter. Nein, doch nicht. Anscheinend entferne ich mich von der Haltestelle. Der Nazi von Busfahrer ist einfach weitergefahren.
Ok, was mache ich jetzt? Die nächste Haltestelle muss doch irgendwo kommen. Hier liegt aber ganz schön viel Schnee. Hm, die Haltestelle lässt aber ganz schön auf sich warten. Ah, da ist sie endlich.
Scheiße, scheiße, scheiße, denke ich, muss aber anfangen zu lachen. Früher oder später musste mir das ja passieren. Ich laufe auf die andere Straßenseite und schaue nach, wann denn der nächste Bus kommt. Ach, zum Glück nur zwanzig Minuten. Diese Zeit werde ich ja irgendwie herumkriegen. Mal schauen, ob mich irgendwer mitnimmt. Ich stehe an der Straße, schwarzgekleidet und mit Vollbart. Nach sieben Minuten gebe ich auf. Das ist mir einfach zu demütigend. Wieso nimmt mich denn keiner mit? Alles Nazis.
Mal schauen, wen ich anrufen kann. Meine Eltern? Gute Idee. Hm, geht keiner ran. Mist. Mal schauen. Ach ja, mal schauen, was sie so macht. Mittlerweile wissen alle, wo ich stecke. Ausser mein Mitbewohner, der in einer Vorlesung sitzt und mich nicht abholen kann.
Meine Hand tut so weh vor Kälte!
Endlich, die Lichter, die großen Scheiben; das MUSS er sein.
Ich steige ein und frage den Busfahrer, ob er an der Haltestelle hält. Freundlich sagt er "Freilich."
The Video Game Bosses’ Lament
Vor einer Stunde

1 Kommentare:
Ich lächel jedes mal bei den "Vom Leben gelernt" Beiträgen :D
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